Peter Behrens

14.04.1868 Hamburg 27.02.1940 Berlin Maler, Grafiker, Architekt, Entwerfer für angewandte Kunst

Bevor Peter Behrens 1899 nach Darmstadt übersiedelte, absolvierte er ab 1886 die Ausbildung zum Maler in Karlsruhe, Düsseldorf und München. Ab 1892 war er in München als selbstständiger Maler und Typograf tätig. Hier gehörte er zu den Gründern wichtiger Künstlervereinigungen, wie 1892 der Münchener Sezession und 1897 der „Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk“. Von 1899 bis 1903 war er Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie. Anlässlich der ersten Künstlerkolonie-Ausstellung im Jahr 1901 arbeitete Behrens erstmals als Architekt, indem er das zukünftige „Haus Behrens“ als Atelier und Wohnhaus in Form eines Gesamtkunstwerks anlegte. Neben der Architektur betätigte er sich in dieser Zeit hauptsächlich als Entwerfer für angewandte Kunst und beschäftigte sich mit Fragen zum Theater und dessen Gestaltung. 1903 verließ Behrens Darmstadt und etablierte sich deutschlandweit als einer der führenden Kunstgewerbereformer. Von 1903 bis 1907 leitete er die Düsseldorfer Kunstgewerbeschule und war ab 1907 als künstlerischer Beirat der AEG in Berlin tätig. Als Gründungsmitglied des Werkbundes 1907 unterstützte Behrens die Verknüpfung von Industrie und künstlerischem Schaffen. Zu den Mitarbeitern seines eigenen Architektur- und Designbüros gehörten ab 1907 namhafte Architekten wie Walter Gropius (bis 1910), Ludwig Mies van der Rohe (1908–1911) und Le Corbusier (1910/11). Die 1908/09 von ihm konzipierte Turbinenhalle der AEG markiert mit ihrer sachlichen und funktionellen Ausgestaltung einen richtungsgebenden Wendepunkt innerhalb der modernen Architektur. 1922 wurde Behrens zum Professor für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien berufen und wirkte zuletzt ab 1936 als Leiter des Meisterateliers für Architektur an der Akademie der Künste in Berlin.